Ergotherapiepraxis, Jeanette FlittnerErgotherapiepraxis
Jeanette Flittner
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Ergotherapiepraxis
Jeanette Flittner


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10439 Berlin

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Gesundheitsnachrichten

TÜV Rheinland: Mit „Arbeitstechnik-Training“ fit bleiben

TÜV Rheinland: Mit „Arbeitstechnik-Training“ fit bleiben

Aktiv Muskel- und Skeletterkrankungen im Arbeitsalltag vorbeugen / Training on the Job vermittelt wichtige Tipps / Ganzheitliche Betrachtung der Arbeitssituation / Informationen unter www.tuv.com/att auf der Website von TÜV Rheinland

Muskel- und Skeletterkrankungen haben im vergangenen Jahr rund 22 Prozent der krankheitsbedingten Arbeitsausfälle verursacht. Dem Fehlzeitenreport der Allgemeinen Ortskrankenkassen aus dem Jahr 2019 zufolge sind dies bis zu 18 Fehltage. „Falsches Heben oder Tragen führt so zu erheblichen Ausfällen. Für die Unternehmen bedeutet dies hohe Kosten, für die Kollegen der Erkrankten erhebliche Mehrarbeit“, weiß Dominique Bialasinski, Expertin für Betriebliche Gesundheitsförderung bei TÜV Rheinland. Um dem vorzubeugen, bietet TÜV Rheinland ein individuell zugeschnittenes Arbeitstechnik-Training (ATT) für Unternehmen an.
Von der Arbeitsplatzanalyse zum individuellen Training

Das Training ist in einzelne Schritte von Gesprächen über Begehungen und Planungen bis zu Workshops gegliedert. Anschließend begleiten die ATT-Fachleute die Teilnehmenden mit einem „Training on the Job“ über mehrere Wochen direkt an ihrem Arbeitsplatz. „Schon kleine Änderungen im Arbeits- und Bewegungsablauf entlasten den Körper ungemein“, sagt Bialasinski. Solche Änderungen reichen vom richtigen Abstand zum Arbeitsgerät bis zur Entlastung der Gelenke bei Tätigkeiten im Stehen oder im Knien. Ebenso können die Experten zur Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz beraten.
Kollegen als Multiplikatoren

Wichtig ist, dass die Mitarbeitenden die Maßnahmen nachvollziehen können und in ihren Tagesablauf integrieren. Um die Verbesserungen dauerhaft zu sichern, bilden die Gesundheitsfachleute von TÜV Rheinland im jeweiligen Betrieb zusätzlich Ergonomie-Multiplikatoren aus. So werden speziell geschulte Mitarbeitende zu innerbetrieblichen Ansprechpartnern. Dabei setzt das Team um Dominique Bialasinski auf eine ganzheitliche Vorgehensweise: „Die Verzahnung der Maßnahmen ist entscheidend für den Erfolg.“ Die Fachleute arbeiten dafür beispielsweise mit Sportwissenschaftlern zusammen, die Auswertung der Maßnahmen wird mit den Betriebsärzten besprochen. So lassen sich körperlich belastende Arbeitsprozesse nachhaltig optimieren und die Gesundheit der Belegschaft lässt sich langfristig verbessern.

01.10.2020 DGA | Quelle: TÜV Rheinland


Sensormatte beugt Haltungsschäden vor

Sensormatte beugt Haltungsschäden vor

Jedes der farbigen Felder auf dem Bildschirm steht für einen bestimmten Sensor in der Matte. Echtzeitnah wird angezeigt, wie stark welche Bereiche der Füße gerade belastet werden. Rot steht für hohen, gelb für mittleren und grün für geringen Druck.

Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA haben in Zusammenarbeit mit der isoloc Schwingungstechnik GmbH eine Sensormatte für Steharbeitsplätze entwickelt. Sie erfasst die Fußposition eines Mitarbeiters und erkennt Gewichtsverlagerungen. Damit könnte sie helfen Haltungsschäden vorzubeugen.

Sensormatten kommen in Fabrikhallen bisher vor allem dort zum Einsatz, wo Mensch und Roboter eng zusammenarbeiten. Sie sind dort im Einzugsbereich von Robotern ausgelegt und dienen der Arbeitssicherheit: Sobald ihre Sensoren einen Mitarbeiter registrieren, schalten sie den Roboter ab und verhindern so folgenschwere Arbeitsunfälle.

Dabei könnten die Sensormatten auch an Steharbeitsplätzen ohne Roboter Gutes bewirken. Sie könnten dabei helfen, das ergonomische Arbeiten zu verbessern, Haltungsschäden und daraus resultierende Arbeitsausfälle vorzubeugen. Denn langes Stehen, bei dem immer dasselbe Bein mehr belastet wird als das andere oder das Gewicht ungleichmäßig auf den Füßen verteilt ist, kann auf lange Sicht zu Beckenfehlstellungen, verspannten und schmerzenden Muskeln im Bereich der Wirbelsäule aber auch der Beine, des Nackens und der Schulter führen. Bandscheibenschäden und eine erhöhte Belastung der Gelenke durch veränderte, ungünstige Bewegungsabläufe können die Folge sein.

Sensoren messen durch die Schuhsohle hindurch

Raphael Neuhaus und Julian Stübing von der Abteilung Funktionale Materialien am Fraunhofer IPA haben nun zusammen mit isoloc eine Sensormatte für Steharbeitsplätze entwickelt, deren kapazitive Sensorik die Fußposition eines Mitarbeiters in Echtzeit erfasst und Gewichtsverlagerungen erkennt. »Damit können sie selbst kontrollieren, ob sie eine gesunde Körperhaltung einnehmen und bei Bedarf sofort korrigieren«, sagt Entwicklungsingenieur Stübing.

48 Sensoren pro Fuß haben die beiden Wissenschaftler schachbrettartig in ihre Steharbeitsplatz-Matte integriert. »Die Messungen erfolgen berührungslos durch die Schuhsohle hindurch«, erläutert Stübing. »Wenn ein Mitarbeiter also Sicherheitsschuhe mit starren Sohlen trägt, beeinträchtigt das das Messergebnis nicht. Es werden nur die Signale erfasst, die von der Fußsohle ausgehen.«

Über ein Bus-System und einen USB-Anschluss ist die Matte mit dem Computer des Mitarbeiters verbunden. Über ein Schachbrettmuster, bei dem jedes der 48 Felder für einen bestimmten Sensor steht, zeigt eine Software dem Mitarbeiter echtzeitnah an, wie stark welche Bereiche seiner Füße gerade belastet sind. Rot steht dabei für hohen, gelb für mittleren und grün für geringen Druck.

Ampelsystem zur Selbstkontrolle

»Im Moment liefert die Matte lediglich die Messdaten und veranschaulicht diese über das Benutzerinterface«, so Stübing, »eine Auswertung findet bisher nicht statt.« Das könnte sich aber bald schon ändern. Denkbar wäre zum Beispiel ein Ampelsystem, das anzeigt, ob ein Mitarbeiter gut steht (grün), ob es Verbesserungspotenzial gibt (gelb) oder er sein Gewicht sofort verlagern muss (rot), weil ein Bein zu lange zu stark belastet wurde.

Außerdem planen Stübing und Neuhaus, die Anzahl der Sensoren in der Matte zu erhöhen, um die Bildgebung zu verbessern. Ob und wie gut das funktioniert und ob eine Sensormatte mit derart hoher Auflösung überhaupt zu finanzieren wäre − das sind Fragen, die die beiden Wissenschaftler in einem weiteren Forschungsprojekt klären wollen.


Kinder sollen kippeln!

Kinder sollen kippeln!

3 Tipps, um beim Lernen in Bewegung zu bleiben

Wer viel Zeit im Sitzen vor Büchern oder dem Computer verbringt, neigt Oberkörper und Schultern nach vorne - die typische Bürohaltung. Auch viele Kinder nehmen diesen Sitz bereits beim Lernen automatisch ein. Das kann jedoch Folgen haben: Gebeugtes und starres Sitzen quetscht innere Organe, der Atemrhythmus wird ungünstig beeinflusst und der Rücken schmerzt. Besser: Auf dem Stuhl in Bewegung bleiben. Ob im Schulunterricht oder zuhause bei den Hausaufgaben - kippeln, wippen und hin- und her rutschen ist ausdrücklich erwünscht. Das unterstützt die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V., indem sie besonders ergonomische Kindermöbel zertifiziert - damit auch die Kleinsten gesund und fit bleiben.

Kinder sind von Grund auf aktiv - und sollten es auch am Schreibtisch sein dürfen. Lebendiges Sitzen hat viele positive Effekte: Es reduziert die Belastung für den Rücken und steigert die Konzentration, Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden. Das fördert die geistige und körperliche Entwicklung und auch das Lernen für die Schule geht einfacher von der Hand. "Rückengerechte Schreibtischstühle und -tische müssen den natürlichen Bewegungsdrang der Kids fördern - sie wachsen mit und sind qualitativ hochwertig", erklärt AGR-Geschäftsführer Detlef Detjen. Zu erkennen sind sie am Gütesiegel "Geprüft & empfohlen", das von einem unabhängigen Experten-Gremium aus Ärzten und Therapeuten zusammen mit der AGR verliehen wird.

Tipp 1: Dynamische Stühle für bewegtes Lernen

Ob nach vorn gebeugte Arbeitshaltung oder passives Sitzen in einer zurückgelehnten Ruhehaltung - ein ergonomischer Schreibtischstuhl erlaubt verschiedene Sitzpositionen und -winkel. Darüber hinaus passt er sich durch eine bewegliche Sitzfläche auch den verschiedenen Haltungswechseln des Kindes an. Das schont die Rückenmuskulatur und unterstützt ein gesundes Wachstum. Rückenfreundliche Stühle wachsen mit dem Kind mit und unterstützen seine individuellen Bedürfnisse. Dafür sollten Sitzhöhe und -tiefe und die Rückenlehne einfach verstellbar sein. Wichtig: Darauf achten, dass die Lehne die Schulterblätter stützt und sich an die Lendenwirbelsäule anpasst. Zusätzlich zum Schreibtischstuhl lohnt sich auch die Anschaffung sogenannter Aktiv-Sitze - sie haben keine Rückenlehne und sind besonders beweglich.

Tipp 2: Auf den passenden Schreibtisch achten

Auch für den Tisch gilt: Unkompliziert und im besten Fall stufenlos höhenverstellbar sollte er sein. Eine Tischplatte mit einer Fläche von circa 90 cm Breite und 60cm Tiefe bietet ausreichend Platz für Hefte, Bücher, Mäppchen & Co. "Zusätzlich ist wichtig, dass der Tisch um mindestens 16° neigbar ist. So können Kinder eine gesunde Sitzhaltung einnehmen, die Kopf, Nacken und Rücken entlastet und sich gut auf die Lernmaterialien vor ihnen konzentrieren.", erklärt Detjen. Eine Übersicht über zertifizierte Produkte und weitere Informationen zum Thema gibt es unter www.agr-ev.de/kinder-schreibmoebel.

Kurz und knapp:

Um einen gesunden Kinderrücken zu unterstützen, müssen Tisch und Stuhl eine Einheit bilden und auf das Kind abgestimmt sein. Dazu gilt es, die folgenden Punkte zu beachten:

-  Steht das Kind vor dem Stuhl, endet die Sitzfläche am unteren Ende der Kniescheibe.
-  Im Sitzen sollte leicht zurückgelehntes Sitzen möglich sein, das Knie befindet sich unter der Hüfte und die Füße berühren den Boden. Das Kind sitzt optimal, wenn die Oberschenkel zwei- bis dreifingerbreit von der Sitzfläche entfernt sind.
-  Der Tisch ist dann auf die richtige Sitzposition abgestimmt, wenn die Handflächen auf der Tischplatte aufliegen können, die Schultern dabei nicht hochgezogen sind und Unter- und Oberarm einen 90°-Winkel bilden.  

Tipp 3: Kindern einen bewegten Alltag ermöglichen

Eltern können ihre Kinder aktiv dazu animieren, im Sitzen immer mal wieder die Haltung zu wechseln und regelmäßig aufzustehen. In den Pausen ist Austoben angesagt - egal ob in der Schule oder als Unterbrechung bei den Hausaufgaben. Das unterstützt nicht nur den Rücken, sondern fördert auch die Konzentration beim anschließenden Weiterlernen. Einen Ausgleich zum Lernen bietet eine aktive Freizeitgestaltung: Dazu können Eltern ihre Kinder zum Spielplatz begleiten oder eine Anmeldung in einem Sportverein organisieren. Wer morgens mit dem Rad zur Schule fährt oder läuft, bleibt zusätzlich in Bewegung.